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Spiegel-Serie über Krebsbehandlung in der Bundesrepublik,
Teil 1: Zweifel an den chemischen Waffen. Auszüge:
Der erhoffte Durchbruch gegen das Zelleiden ist ausgeblieben. ... Die
Fortschritte der Krebstherapeuten in den letzten drei Jahrzehnten, so
befand ein im März veröffentlichter, vom US-Kongreß in
Auftrag gegebener Untersuchungsbericht, seien minimal gewesen. ... „Die
Verbesserungen waren geringfügig oder wurden durch die offiziellen
Statistiken in einem zu günstigen Licht dargestellt.“
... Doch ramponiert hat den Ruf der Krebsmedizin in den letzten Jahren
hauptsächlich das sogenannte dritte Bein der Onkologie: die Chemotherapie....
Die medikamentöse Waffe gegen den Krebs unterscheidet nicht zwischen
entarteten Tumor- und gesunden Wirtszellen. Patienten erleben die Therapie
oft als die Vorstufe zur Hölle....Jeder zehnte Patient stirbt laut
Onkologe Huhn in den ersten Wochen an den Nebenwirkungen der chemischen
Behandlung. ...Am Anfang der Chemotherapie-Ära, in den 50er und 60er
Jahren, war das Mißtrauen gegen die Medikamente groß. Das
hat sich gründlich geändert. Einige der wirksamsten Zellgifte
sind erst in den letzten zehn Jahren in die Hände der Mediziner gefallen.
Durch das aggressive Marketing der Pharma-Industrie und nach spektakulären
Erfolgen der Zellgift-Therapie bei einigen wenigen Krebsarten sind die
Hemmschwellen nun allenhalben bedrohlich gesunken....Die Chemotherapie
hat, wie der Züricher Onkologe Martz warnt, „wohl mehr als
die Behandlung anderer Krankheiten zur Zeit einen noch weitgehend experimentellen
Charakter.“
„Wir haben“ so der Gautinger Chefarzt und Privatdozent
Dr. Ulrich Dold „im Eifer, den Krebs überall totzuschlagen,
übersehen, daß die Patienten oft mehr unter der Therapie als
unter dem Krebs leiden.“
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